Wie lässt sich die reale (physische) Welt mit der virtuellen Welt verknüpfen?
Die Lösung lautet mit dem Mobiltelefon (schweiz. Handy)! Zunehmend finden sich die Informationen über die reale Welt in der virtuellen Welt. So verwendet beispielsweise heute kaum noch jemand den Brockhaus aus dem Bücherregal - bei mir jedenfalls stehen die Bände seit mehreren Jahren nur noch wenig benutzt im Gestell -, sondern konsultiert eines der einschlägigen elektronischen Nachschlagewerke wie Encarta oder Wikipedia bzw. googelt durch den Datenschungel. Zunehmend beschaffen sich die Menschen heute also ihre Informationen auf virtuellen Plattformen bzw. über Suchmaschinen. Eine zunehmende Schwierigkeit ist jedoch, dass die Suche über ein elektronisches Hilfsmittel häufig lange dauert, weil zu viele mögliche Informationen und nicht nur die passende Information geliefert werden. Womit wir beinahe wieder bei unserem Brockhaus im Bücherregall wären, in dem ich die passende Information häufig schneller finden würde, wäre da nicht die Ablenkung durch die benachbarten auch noch spannenden Artikel.
Mit dem einfachen Konzept, dem Physical Tagging - bei dem das Mobiltelefon eine Mittlerfunktion übernimmt - lassen sich physische Objekte der realen Welt mit den passenden virtuellen Informationen verknüpfen.
Fasziniert vom Konzept des
Physical Tagging und inspiriert durch die Projekte
The Physical Wikipedia und
uniqueID an der Universitaet Wien starte ich nun einen eigenen Versuch unter dem Titel
Tagging the Historical Rorschach.
Im Rahmen des Kernmoduls
Grundlagen des M+U Unterrichts zum Thema
Exkursionsdidaktik sollen die Studierenden der
Pädagogischen Hochschule Rorschach mit dem Konzept des Physical Tagging vertraut gemacht werden. In dieser Thematischen Einheit absolvieren die Lehramtstudierenden im Fachbereich Geschichte als Exkursion einen Sternen-Postenlauf zu historischen Orten (Objekten) der Stadt Rorschach.
An zahlreichen historischen Objekten (= Posten) finden die Studierenden einen so genannten Physical Tag - Aufkleber mit einem 2D Barcode (Semacode) - vor. Mit dem Handy (Mobiltelefon) - diese werden während der Exkursion von der Institution zur Verfügung gestellt - können die Studierenden mit einem Semacode-Reader den Code auf dem Physical Tag einscannen, entschlüsseln und gelangen dann via mobiler Internet-Services wie GPRS und UMTS auf eine mobile Website (mobiler Blog), welche die Aufgabe und Information zum jeweiligen historischen Objekt (= POsten) enthält.
Primär sollen die Studierenden während dieser Unterrichtseinheit erfahren, wie eine Exkursion mit Schulkindern organisiert und durchgeführt wird. Das Thema ist in diesem Fall das Erkunden von historischen Objekten (Gebäuden, Plätzen etc.) in einer für die Teilnehmenden bekannten Umgebung (mein Quartier, mein Dorf, meine Stadt).
Bei diesem Mobile Learning Projekt sollen die Studierenden aber auch mit den Einsatzmöglichkeiten von Handys im Unterricht vertraut gemacht werden. Die Aufgaben zu den einzelnen historischen Objekten (= POsten) enthalten daher bewusst auch Aufträge zum Umgang mit dem Handy (z.B. Foto erstellen und als MMS an die Lehrkraft senden, ...), damit die Studierenden ihre eigene Medienkompetenz im Umgang mit dem Handy festigen können.
Physical Tag mit 2D Barcode (Semacode), wie er an einem historischen Objekt in Rorschach vorhanden sein könnte:

http://physical-tagging.phrblog.kaywa.ch
PHR-Project: Tagging the Historical Rorschach
Reader für Ihr Handy finden Sie unter http://www.activeprinting.org/glass.html oder unter http://semacode.org/software/.
Postenblatt & Anleitung
Tags:
Rorschach Tagging Physical Tagging History